Die häufigste krankhafte Veränderung im Vor- und Mittelfußbereich ist der Hallux Valgus, das heißt die Abweichung der Großzehe nach außen mit gleichzeitiger Verschiebung des ersten Mittelfußknochens nach innen. Oft lässt sich das typische Erscheinungsbild bereits an den getragenen Schuhen erkennen.

Hallux valgus

Dieser Fehlstellung des ersten Mittelfußknochens liegt meist eine erbliche Veranlagung zugrunde, wobei Frauen etwa 9x mehr betroffen sind als Männer. Die Prädisposition wird dabei nicht selten verstärkt durch hochhackiges und enges Schuhwerk.

Die Großzehe "flieht" nach außen (Hallux valgus), also Richtung der übrigen Zehen. Die Zugrichtung der Beuge- und Strecksehnen verändert sich und unterstützt die Verkrümmung noch mehr. Gleichzeitig wandert der erste Mittelfußknochen nach innen ab. Das innenseitig heraustretende Mittelfußköpfchen bildet den Ballen und reibt am Schuh. Neben ästhetischen Problemen können hier Hautreizungen und Rötungen, schmerzhafte Druckstellen (Hühneraugen), Schwellungen oder Entzündungen entstehen. Auch die zweite Zehe kann verdrängt und von der großen Zehe nach oben oder unten sogar völlig über-/unterlagert werden. Schließlich kann es zu einer Überlastung der Nachbarzehen, der Gelenke und Mittelfußknochen mit entsprechenden Beschwerden kommen. Durch die krankhafte Stellung bildet sich auf Dauer nahezu zwangsläufig eine Arthrose des Großzehen-Grundgelenks mit schmerzhafter Einschränkung der Bewegung.

Die Behandlungen richten sich nach den unterschiedlichen Ausprägungsgraden dieser Veränderungen. Je nach Stadium, das aus den Ausprägungsgraden resultiert, finden beim Hallux valgus diverse Operationsverfahren Anwendung.